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Infektionen mit Caliciviren

Auch feline Caliciviren (FCV) verursachen als primär pathogene Keime bei der Katze Atemwegserkrankungen. Im Gegensatz zu den felinen Herpesviren befallen sie jedoch mehr die unteren Atemwege und die Zunge. Infektionen mit Caliciviren sind vor allem dort von Bedeutung, wo mehrere Katzen auf engem Raum gehalten werden, wie dies in Tierpensionen, Tierheimen, Katzenzuchten und bei Ausstellungen der Fall ist.

Die Virusübertragung erfolgt in erster Linie durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier.

Haupteintrittspforte ist auch bei Caliciviren die Schleimhaut der Nasenhöhle. Von dort gelangt das Virus schnell in die oberen Luftwege und die Mandeln.  

” Calicivirus-Infektionen spielen vor allem dort eine Rolle, wo mehrere Katzen auf engem Raum gehalten werden, wie z.B. in Katzenzuchten, Tierpensionen, Tierheimen und bei Ausstellungen.“

Infizierte Katzen scheiden das Virus über den Speichel und über den Kot aus.

Viele Katzen werden im Anschluss an eine Infektion zu symptomlosen Trägern, die Monate oder lebenslang Virus ausscheiden können.

 

Krankheitsbild

Wenige Tage nach der Infektion kommt es zu Mattigkeit, Fressunlust, Fieber und wenig später zu klarem oder eitrigem Augen- und Nasenausfluss. Es können auch schmerzhafte Bläschen und  Verletzungen am Gaumen und Zungenrand beobachtet werden. Weiterhin können gelegentlich auch Durchfall, Erbrechen und Lungenentzündungen, die mit schwerer Atemnot einhergehen, beobachtet werden. Gelegentlich können Caliciviren auch Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen.

Die Schwere der Symptome kann je nach krankmachender Eigenschaft des Virus kaum wahrnehmbar oder ausgesprochen heftig sein. Manche FCV-Stämme verursachen auch hohes Fieber und Hämorrhagien. Infektionen mit solch virulenten Stämmen enden häufig trotz Behandlung tödlich.

In der Regel klingen nach der akuten Krankheitsphase die Symptome meist aber recht schnell wieder ab. Doch bleiben etwa 25% der Tiere dauerhaft infiziert. Das Virus persistiert dabei in den Mandeln. Bei einigen dieser Tiere kommt es dann zu chronischen Entzündungsherden in der Maulhöhle, vor allem das Zahnfleisch ist betroffen.

„Das Krankheitsbild ist vielfältig, die Schwere der Symptome je nach Virusstamm variabel. Todesfälle sind vor allem bei jungen und immungeschwächten Katzen möglich.“

Viele Katzen werden außerdem im Anschluss an eine Infektion zu symptomlosen Trägern, die Monate oder auch lebenslang Virus ausscheiden können und somit eine bedeutende Infektionsquelle für andere Katzen darstellen.

 

Diagnostik

Für die Diagnose FCV steht ein RT-PCR-Test oder die Virusisolation zur Verfügung.

 

Behandlung

Die Therapie von Calicivirus-Infektionen ist auf die Bekämpfung von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Antibiotika beschränkt, die gegen viele Keime wirksam sind (Breitbandantibiotikum). Diese sollten in jedem Fall bei bestehenden Lungenentzündungen unverzüglich eingesetzt werden.

Vorbeugung

”Die Impfung gegen Caliciviren gehört wie die gegen Herpesviren und Katzenseuche zu den Kernimpfungen.“

Gegen Infektionen mit FCV stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die mit anderen Antigegen kombiniert sind. Es handelt sich ebenso wie bei Herpesvirus und Katzenseuche um einen so genannten Core-Impfstoff, Kern- oder Pflicht-Impfstoff, d.h., dass alle Katzen gegen diese Erreger zu jeder Zeit geschützt sein müssen.